Tuesday, October 20, 2009

Marketing Kommitee der Perl-Foundation

Curtis 'Ovid' Poe hat heute im Blog der Perl-Foundation das Marketing Kommitee angekündigt/vorgestellt. Dieses Kommitee soll sich um einige Dinge in Sachen Marketing kümmern:
1. Blog der TPF
2. Design der Webseite
3. Marktforschung
4. Pressemitteilungen
5. News-Artiekl
6. Social networking
Vorsitzender ist Dan Magnuszewski.

Allerdings fehlt meiner Meinung nach etwas in dieser Liste:
Konferenzen
Denn auf Konferenzen wie die OSCON oder FOSDEM können sich Perl und auch Perl-Projekte darstellen und so auch anderen Leuten zeigen, dass Perl eine geniale Sprache ist.

Ich finde das eine ziemlich gute Sache, da Perl in diesem Bereich einiges den anderen Programmiersprachen hinterher hinkt. Schon auf der diesjährigen YAPC::Europe gab es einen Marketing BOF, bei dem einiges besprochen wurde.

Ich bin gespannt, was dieses Kommitee so alles auf die Beine stellt. Ich freue mich schon drauf.

11 comments:

Anonymous said...

Mir gefällt Perl auch sehr gut und ich setze die Sprache seit Jahren kommerziell ein. Ich verstehe allerdings nicht, warum diejenigen, die sich um die Weiterentwicklung von Perl kümmern, Ihre Prioritäten so "unverständlich" setzen.

Die Entwicklung eines geniales Produktes (was es übrigens nicht gibt) ist sinnlos, wenn die Entwicklungszeit dafür zu groß ist. Die Erfahrung lehrt, dass Entwicklungen in der EDV schnell abgeschrieben werden, wenn diese sich nicht in überschaubaren Zyklen und Richtungen sichbar fortbewegen. Die Ankündigungen zu Perl 6 und die dafür bereits verbrauchte Entwicklungszeit haben Perl dramatisch geschadet. Hier verstehe ich auch nicht die vielen Argumente in Richtung "zu kleines Team": man hätte sich schließlich weniger vornehmen können. Das hätte der Sprache, der Community und letztlich den Entwicklern deutlich mehr genutzt als der eingeschlagene Weg selbst wenn das Ergebnis weniger perfekt/gut/... ausfallen würde ... es sei denn, man hält Perl für ein akademisches Spielzeug. Dann können die Entwickler noch bis 2030 weiterentwickeln, um das NonPlusUltra der Zukunft zu erschaffen. Ich befürchte allerdings, dass dann der Zug in der Software-Entwicklung längst an Perl vorbei auf anderen Wegen in die Zukunft gefahren ist.

Bleibt zu hoffen, dass die neuesten Ankündigungen zum Erscheinen von Perl 6 eingehalten werden und man sich in Zukunft mehr an dem orientiert, was bei anderen Sprachen üblich ist. Das wäre wirklich wirksames Perl-Marketing. ;-)

ReneeB said...

Danke für den sehr ausführlichen Kommentar.

Ich denke, dass es ein gewisses "Problem" ist, dass kein Unternehmen hinter Perl steht wie Sun hinter Java oder auch Zend hinter etlichen PHP-Entwicklungen steht.

Das ganze ist rein freiwillig basiert. Das hat einige Probleme: Jeder macht in seiner "Freizeit" natürlich nur das, was er gerne macht.

Mittlerweile hat die Perl Foundation aber erkannt, dass das ganze mehr organisiert werden muss und lenkt die Entwicklungen in diese Richtung.

Ich gebe dem Teil mit Perl 6 zumindest zum Teil recht: Es gab eine Zeit, da hat Perl 6 der Perl 5 Entwicklung geschadet. Aber mittlerweile profitiert Perl 5 von Perl 6: So gibt es Moose wohl nur auf Grund der Perl 6 Features, genau wie Smart-Match,...

Man muss nur klar herausstellen, dass Perl 5 immer noch aktiv weiterentwickelt wird. Und hier wird das Marketing Kommitee etwas Arbeit haben.

Die Perl 5 Entwicklung ist sogar aktiver als vor einigen Jahren, man muss sich nur mal die Perl 5 Porters Mailingliste anschauen. Und seit diesem Monat gibt es monatliche Releases von Perl 5.

Zum Thema Perl 6 Release: Ich bin eigentlich ganz guter Dinge, dass die Ankündigungen eingehalten werden. Dank den "Hague-Grants", ist da viel möglich...

Anonymous said...

stimmt nur teilweise, da Perl 6 eher ein kleinerer PR-Unfall war. Denn man hätte besser mtiteilen sollen das man 2001 zu beginnen gedenkt und das es erstmal 2 jahre brainstorming gab.

Anonymous said...

Ich denke, dass weder ein Marketing Kommitee noch das Herausstellen, dass Perl 5 aktiv weiter entwickelt wird, viel bringt. Die Community benötigt konkrete Fakten.

Perl gehört auf nahezu allen Unix-Systemen standardmäßig zum Lieferumfang. Nichts muss nachträglich - außer CPAN-Module - installiert werden. Es ist daher ganz praktisch, einfach Perl zu verwenden, um viele verschiedene Arten von Problemstellungen zu lösen. Ich denke, dass das viel zum Erfolg von Perl beigetragen hat.

Bei Solaris 10 resp. OpenSolaris beispielsweise steht standardmäßig bis heute nur Perl 5.8.4 zur Verfügung, andererseits viel aktuellere Versionen von anderen OpenSource-Produkten.

Natürlich kann man aktuellere Versionen selbst portieren oder nach entsprechenden Ports der Community suchen. Das macht trotzdem einen Unterschied, weil es mit deutlich mehr Aufwand verbunden ist, der oft nicht gerechtfertigt ist.

Fazit: Man sollte sich mehr darum kümmern, dass möglichst aktuelle Perl-Versionen auf beliebten OpenSource-Plattformen möglichst schnell - am besten als Teil der Distribution - zur Verfügung stehen. Das motiviert wirklich, Perl einzusetzen. Für vollmundige Versprechungen und wohlklingende Planungen von irgendwelchen Kommitees kann man sich im Gegensatz dazu nunmal nichts kaufen.

ReneeB said...

Was verstehst Du unter "konkrete Fakten"?

Das mit den veralteten Perl-Versionen sehe ich ähnlich wie Du. Aber irgendjemand muss mit den Distributoren sprechen und evtl. Hilfe anbieten. Und hier kann die Perl Foundation resp. das Kommitee aktiv werden - denn auch das gehört zu den "Marketing" Aufgaben.

Das Marketing Kommitee wird - wenn ich das richtig verstanden habe - sich nicht nur in die Fußgängerzone stellen und Flyer verteilen auf denen "Perl ist toll!" steht. Sondern vielmehr die Kommunikation zu verschiedenen Leuten suchen.

Ich verspreche mir sehr viel von dem Kommitee, denn warum gibt es nur veraltete Versionen bei vielen Distributoren? Vermutlich weil keiner mit ihnen spricht und ihnen Hilfe anbietet. So ein Kommitee kann da viel bewirken, denn dann gibt es einen dedizierten Ansprechpartner bei solchen Sachen...

Anonymous said...

"Konkrete Fakten" - uups, verstehe auch nicht, was das sein soll. ;-)

Gemeint war: Entwickler benötigen nunmal konkret "einsetzbare Werkzeuge" und nicht Werkzeuge, die nur theoretisch einsetzbar sind, weil es sie noch nicht gibt. Das ist so einfach wie es klingt.

Wenn Kommitees diskutieren und "mit Leuten sprechen", dann hat das zunächst durchaus den Charakter von netten Fylern mit "Perl ist toll", finde ich. Es ist doch nicht automatisch sichergestellt, dass dabei etwas herauskommen wird.

Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass Deine Einschätzung richtig ist und dieses Kommitee nicht auch erst mal 2 Jahre Zeit für Brainstorming braucht ...

ReneeB said...

> Wenn Kommitees diskutieren und
> "mit Leuten sprechen", dann hat
> das zunächst durchaus den
> Charakter von netten Fylern mit
> "Perl ist toll", finde ich. Es
> ist doch nicht automatisch
> sichergestellt, dass dabei etwas
> herauskommen wird.

Da hast Du absolut Recht! Aber wenn niemand was sagt, dann kann man auch nicht gehört werden ;-)

> Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass
> Deine Einschätzung richtig ist
> und dieses Kommitee nicht auch
> erst mal 2 Jahre Zeit für
> Brainstorming braucht ...

100% ACK

Anonymous said...

Dass die Perl-Macher sich und Perl durch Ihre Politik inzwischen ins Abseits gekickt haben, ist übrigens an vielen weiteren Stellen sichtbar.

Man schaue sich nur das Thema IDE an. Für die Scriptsprachen PHP, JavaScript oder Python beispielsweise gibt es eine wirklich gute Unterstützung in leistungsfähigen IDEs wie Eclipse oder NetBeans. Die Unterstützung von Perl ist im Gegensatz dazu eher lausig.

Das ist ein weiteres, dringend zu adressierendes Thema.

ReneeB said...

> Dass die Perl-Macher sich und Perl durch Ihre Politik
> inzwischen ins Abseits gekickt haben, ist übrigens an vielen
> weiteren Stellen sichtbar.

Zum Beispiel?

Es gibt übrigens nicht *DIE* Macher von Perl. Es gibt (leider? zum Glück?) keine Firma die die Entwicklung voranbringt wie Zend bei PHP oder Sun bei Java.

Das macht verschiedene Dinge schwieriger. Umso wichtiger, dass sich ein paar Freiwillige zusammentun und koordinieren.

> Man schaue sich nur das Thema IDE an. Für die Scriptsprachen
> PHP, JavaScript oder Python beispielsweise gibt es eine
> wirklich gute Unterstützung in leistungsfähigen IDEs wie Eclipse
> oder NetBeans. Die Unterstützung von Perl ist im Gegensatz dazu
> eher lausig.

Ich habe von einigen gehört, dass EPIC in Eclipse ganz gut sein soll. Ich selbst nutze es allerdings nicht. Das Thema "IDE" ist wirklich ein wichtiges - jedenfalls für Neueinsteiger.

Für sehr viele "alteingesessene" Perl-Programmierer ist das weniger ein Thema, weil die eher vi(m) und emacs benutzen. Siehe dazu auch die Umfragen von Gabor Szabo (Ergebnisse unter http://szabgab.com/blog/2009/10/1256593212.html)

Da kam lange Zeit aus der Community heraus nicht der Wunsch nach einer richtigen IDE. Unter Windows ist der Komodo ziemlich gut.

Dass das Thema "IDE" mittlerweile mehr zum Thema wird, sieht man an Padre (http://padre.perlide.org). Es ist zwar noch ein weiter Weg bis zur "perfekten" IDE, aber ich denke, das ist auf dem richtigen Weg...

Anonymous said...

Na die lausige Unterstützung in gängigen IDEs ist ein Beispiel dafür, dass sich Perl irgendwo im Abseits befinden muss. Die NetBeans-Entwickler beispielsweise bieten für PHP mit Sicherheit nur deswegen eine ordentliche Unterstützung an, weil PHP eben sehr beliebt ist und breit eingesetzt wird ... für Perl nicht, warum wohl?

Dass es DIE Macher nicht gibt, ist mir selbstverständlich bewußt. Dennoch gibt es Personen, die für Richtungen und Entwicklngen im Perl-Umfeld verantwortlich sind. Ich denke, dass man die etwas "locker" durchaus als "DIE Macher" bezeichnen kann.

EPIC für Eclipse kenne ich natürlich. Als ich es damals verwenden wollte, war es okay, aber nur deshalb, weil es nichts anderes gab - im Vergleich zur Unterstützung von C, C++ oder JAVA und vielen anderen ist die Unterstützung für Perl eher lausig. Außerdem gab es bei EPIC, soweit ich mich erinnern kann, praktisch keine Weiterentwicklungen mehr.

Soll die Aussage, dass "altgediente Perl-Hacker" ohnehin lieber vi(m) oder emacs verwenden, bedeuten, dass IDEs sinnlose Werkzeuge sind oder im Perl-Umfeld nicht benötigt werden. Das würde ich für eine sehr fragwürdige Aussage halten. Ist es im Grunde genommen nicht so, dass alle Perl-Entwickler dieser Welt tief im Innern Ihrer Entwicklerseele ganz neidisch auf die vielen schönen Werkzeuge schauen, die Nutzern anderer Sprachen das Leben erleichtern, es aber nicht zugeben wollen, weil sie damit zumindest einräumen müssten, dass sich Perl schon etwas im Abseits befindet???

Perl und CPAN sind in meinen Augen eine geniale Kombination, die erhebliches Potential bietet. Leider schaffen es "die Perl-Macher" nicht, dieses Potential auszuschöpfen, weil man versucht, die hervorragenden Ideen in Perl zu perfektionieren, anstatt sich auf das zu konzentrieren, was nötig ist, um eine Sache erfolgreich zu machen.

Ich verwende übrigens Kommodo ...

ReneeB said...

> Na die lausige Unterstützung in gängigen IDEs ist ein Beispiel
> dafür, dass sich Perl irgendwo im Abseits befinden muss.

Ich gebe Dir insofern Recht, dass eine fehlende IDE nicht gerade förderlich ist, Perl-Neulingen den Einstieg schmackhaft zu machen.

> Dass es DIE Macher nicht gibt, ist mir selbstverständlich bewußt.
> Dennoch gibt es Personen, die für Richtungen und Entwicklngen im
> Perl-Umfeld verantwortlich sind. Ich denke, dass man die etwas
> "locker" durchaus als "DIE Macher" bezeichnen kann.

Die sind aber sehr verteilt in verschiedenen Gruppen. Siehe auch mein O'Reilly-Blogbeitrag unter http://community.oreilly.de/blog/2009/05/20/perl-who-is-who/

> EPIC für Eclipse kenne ich natürlich. Als ich es damals
> verwenden wollte, war es okay, aber nur deshalb, weil es nichts
> anderes gab - im Vergleich zur Unterstützung von C, C++ oder JAVA
> und vielen anderen ist die Unterstützung für Perl eher
> lausig. Außerdem gab es bei EPIC, soweit ich mich erinnern
> kann, praktisch keine Weiterentwicklungen mehr.

Soweit ich weiß, wurde die Weiterentwicklung nach einer Pause wieder aufgenommen. Inwieweit sich da etwas verbessert hat, weiß ich nicht. Bei den letzten drei größeren Projekten, die ich gemacht habe, haben die meisten Mitarbeiter der Unternehmen mit Eclipse und dem EPIC-Plugin gearbeitet. Allzuschlecht scheint es nicht zu sein - wobei die Unterstützung der IDE natürlich für Perl nicht so weitreichend ist wie für Java oder so.

Eine Perl-IDE ist aber auch nicht ganz so simpel wie für andere Sprachen, weil es dynamisch typisiert ist, weil es kontextabhängige Konstrukte gibt u.v.m.

> Soll die Aussage, dass "altgediente Perl-Hacker" ohnehin
> lieber vi(m) oder emacs verwenden, bedeuten, dass IDEs
> sinnlose Werkzeuge sind oder im Perl-Umfeld nicht benötigt werden.

Lies meine Antwort bitte nochmal. Für sehr viele "altgedienten" Perl-Programmierer (die mit vi(m) und emacs groß geworden sind) sind IDEs nicht wichtig, deshalb war das Thema IDE lange Zeit nicht so wichtig.

Viele vi(m)er und emacser sagen, dass das jeweils schon eine IDE ist - wenn auch ohne "Klickibunti".
Ich glaube kaum, dass die eine IDE vermissen. Die sind so fit in ihren Werkzeugen, dass das schon total ins Blut übergegangen ist.

Ich denke auch, dass mittlerweile eine IDE für Perl notwendig ist. Gerade um den Leuten, die eine IDE *gewohnt* sind, auch den Einstieg in Perl zu erleichtern.

Deshalb finde ich Entwicklungen wie Kephra oder Padre auch ziemlich gut.

> Ist es im Grunde genommen nicht so, dass alle Perl-Entwickler
> dieser Welt tief im Innern Ihrer Entwicklerseele ganz neidisch auf
> die vielen schönen Werkzeuge schauen, die Nutzern anderer
> Sprachen das Leben erleichtern, es aber nicht zugeben wollen, weil
> sie damit zumindest einräumen müssten, dass sich Perl schon
> etwas im Abseits befindet???

Nein, das denke ich nicht. Wer in seiner Entwicklungsumgebung "zu Hause" ist, für den wäre es viel zu viel Aufwand erstmal in eine neue Umgebung zu kommen. Ich denke auch nicht, dass nur das Thema "IDE" darüber entscheidet, ob sich eine Sprache wirklich im Abseits befindet... Aber das kann wohl keiner wirklich abschließend klären.

Meiner Meinung zählt noch viel mehr dazu...

> Perl und CPAN sind in meinen Augen eine geniale Kombination,
> die erhebliches Potential bietet. Leider schaffen es "die
> Perl-Macher" nicht, dieses Potential auszuschöpfen, weil man
> versucht, die hervorragenden Ideen in Perl zu perfektionieren,
> anstatt sich auf das zu konzentrieren, was nötig ist, um
> eine Sache erfolgreich zu machen.

Hast Du Ideen, wie man das Potential von "Perl und CPAN" ausschöpfen kann? Die könnte man dann vielleicht weiterverfolgen...